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Interview Fabienne In-Albon: Profi-Golferin und Globetrotterin

Die beste Proette der Schweiz über das Reisen, die Tour und ihren Traum vom Heliskiing.

Ferne Länder, andere Kulturen und fremde Sprachen haben Fabienne In-Albon immer schon gereizt. Trotz ihrer jungen Jahre ist die Zugerin schon viel herumgekommen. Und das lange bevor sie als Proette 2011 ins Profi-Golf einstieg. Die blonde Frau mit den strahlend blauen Augen reist leidenschaftlich gern.

Fabienne In-Albon: Proette aus der Schweiz

Nach der Swiss Olympic Sport School ging sie 2006  in die USA, wo sie an der Purdue University in West Lafayette/Indiana „movement and sports sciences“ studierte, dann machte sie 2009 in der Schweiz ihren „Bachelor of Business Administration in Sport, Event and Entertainment Management“ am Glion Institute of Higher Education. Kaum hatte sie den Abschluss in der Tasche, zog es die zielstrebige Sportlerin wieder für zwei Jahre in die Ferne. Down Under setzte sie 2011 in Sydney am International College of Management einen BBA in Sport Management oben drauf.

Golfdreams 2016 Fabienne In Albon PorträtTop ausgebildet kehrte sie aus Australien zurück, um sich dann voll und ganz dem Profi-Golf zu verschreiben. In ihrer dritten Saison ist sie nun auf der Ladies European Tour (LET) angekommen. Dort versucht sich die derzeit beste Golferin der Schweiz mit ihren Stärken im kurzen Spiel nach oben zu arbeiten. Golf Dreams sprach mit ihr über die Tour, ihre Ziele und die Lust am Reisen.

Profi-Golfer touren durch die halbe Welt. Muss man als Proette Spass am Reisen haben?
Ganz klar, denn man ist eigentlich ständig unterwegs. Vor allem die vielen Stunden an verschiedenen Flughäfen, Verspätungen, nicht ankommendes Gepäck und verpasste Flüge dürfen einem nichts ausmachen. Jede Woche in einem anderen Bett zu schlafen, sich in einem anderen Klima und bei anderem Essen wohlfühlen – das muss einem schon liegen, ansonsten hat man sicherlich den falschen Job.

Was ist das Schönste am Reisen?
Die vielen verschiedenen Golfplätze zu sehen und zu spielen. Als Golfprofi hat man leider nur sehr wenig bis keine Zeit, sich irgendetwas anderes anzusehen und etwas mehr vom Land mitzukriegen. Von daher sind es für mich sicherlich die Plätze, die mich immer wieder reizen und auf die ich mich jeweils sehr freue.

Sie haben in den USA und in Australien studiert, also offensichtlich kein Problem damit, sich in fremden Ländern zurechtzufinden. Was fasziniert Sie an fernen Ländern?
Klar gibt es auch Länder, in denen ich mich weniger wohlfühle als in anderen, doch grundsätzlich habe ich keine Probleme damit, jede Woche an einem anderen Ort zu sein, verschiedene Kulturen kennenzulernen und mich jeweils schnell daran zu gewöhnen. In Australien zum Beispiel liebte ich die Art und Weise, wie die Leute das Leben geniessen und jeden Tag so nehmen, wie er ist. Das hat auch mir als durchorganisierter Schweizerin viel geholfen, einfach mal den Moment auszukosten und zu schätzen, was man eigentlich hat.

Als Proette auf der LET-Tour müssen Sie viel in Sachen Golf reisen. Freizeitspieler reisen aus reinem Vergnügen. Warum würden sie Freizeitgolfern dazu raten, unbedingt mal einige der legendären Golfplätze auf der Welt zu spielen?
Die Top Golfplätze sind nicht einfach nur schwer, wie vielleicht viele Freizeitgolfer denken, sondern sie sind sehr gut gepflegt und machen die Golfrunde zu einem einmaligen Erlebnis. Klar kostet es oft viel mehr Geld und es ist teilweise auch sehr schwer, Startzeiten zu bekommen, doch der Aufwand lohnt sich. Man nimmt viele tolle Erlebnisse mit nach Hause und es sind meistens Golfplätze, die man nicht so schnell vergessen wird. Ferien sollten ja etwas Spezielles sein, also warum nicht auch spezielle Golfplätze. Es ist ja dasselbe mit dem Essen: In den Ferien gibt man oft und gerne etwas mehr für gutes Essen aus. Das gehört zum Lifestyle. Genau das Gleiche gilt für die Golfplätze.

Was unterscheidet eine Golfrunde auf einem fremden, vielleicht sogar exotischen Platz im Ausland von der Runde im Heimatclub?
Den Heimatclub kennt man in- und auswendig. Man weiss, wie man jedes Loch spielen sollte und wo sich die Gefahren befinden. Auf einem fremden Platz kommt es oft zu Überraschungen und gute Schläge können teilweise hart bestraft werden, wenn man vorher nicht einen Blick ins Birdiebook gemacht hat. Aber auf der anderen Seite kann es auch von Vorteil sein, wenn man sich nicht so gut auskennt – gerade auf einem schweren Platz. Man überlegt viel weniger und macht sich keine, oder zumindest weniger, negative Gedanken wie zum Beispiel: „Oh, da ist Wasser, also sollte ich nicht links gehen. Aber rechts ist OB, das ist auch nicht gut …“ Wenn man den Platz nicht kennt, nimmt man einfach jeden Schlag so, wie er kommt.

Welche Golf-Reiseziele stehen noch auf Ihrer Liste?
Ich war schon einmal in Schottland und habe dort die Junioren EM in Kingsbarns gespielt. Aber ich würde unglaublich gerne nochmal zurück nach Schottland, sicherlich nicht wegen des Wetters. Aber für Golf ist und bleibt es einer der legendärsten Orte, die es gibt. Die Geburtsstätte des Golfsports ist einfach sehr speziell. Und da sollte es auch so richtig schottisches Wetter haben, also Regen und Wind – o.k., vielleicht nicht ganz so kalt, aber nur so macht es die Erfahrung Schottland so speziell.

Sie haben Golf 2012 zu Ihrem Beruf gemacht – da werden Sie im Urlaub vielleicht nicht auch noch Golf spielen. Wie sieht Ihr Nicht-Golf-Traumurlaub aus?
Obwohl ich das ganze Jahr über aktiv bin, mag ich aktive Ferien: Skifahren, Biken oder Wandern – am liebsten in den Schweizer Bergen. Ich bin ja das ganze Jahr über im Ausland unterwegs, da finde ich es immer schön, auch mal zuhause in der Schweiz zu bleiben.

Ihr Bewegungsdrang kommt Ihnen bei Ihrer Golfkarriere sicher zugute. Wie wichtig ist die körperliche Fitness?    
Sie ist die Grundlage für ein gutes und gesundes Golf-Spiel. Mit gezieltem Koordinations-, Kraft- und Ausdauertraining verbessert man seine Konstanz im Golfspiel. Eine gute Fitness kann Beschwerden vorbeugen und das Verletzungsrisiko vermindern. Im Golf werden viele Muskeln gebraucht, welche im alltäglichen Leben nicht zum Zuge kommen. Der Golfschwung ist ein komplexer Bewegungsablauf, der ein perfektes Zusammenspiel der Muskulatur mit dem Nervensystem verlangt. Mit gezieltem Fitnesstraining kann ich diese Muskeln trainieren und somit mein Spiel physisch wie auch psychisch verbessern. Eine gute Ausdauer hilft, die Konzentration auch auf den letzten Löchern aufrechtzuerhalten.

Jeder Golfer weiss, Erfolg und Misserfolg auf dem Platz sind oft eine Frage des Kopfes. Wie hoch schätzen Sie den mentalen Aspekt ein und wie trainieren Sie dafür?
Der mentale Aspekt ist sehr gross und gerade im Profigolf wird er immer grösser. Auf der Tour können alle Golf spielen, ansonsten kommt man gar nicht da hin. Aber am Schluss ist es entscheidend, wer dem Druck standhält und die Nerven unter Kontrolle behält. Für mich ist es ein sehr wichtiger Bereich, den ich sehr oft trainiere, auch mit meiner Mentaltrainerin.

In ihrem dritten Jahr als Proette sind Sie erstmals auf der Ladies European Tour dabei. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?
Ich habe mir zusammen mit meinem Trainerteam viele Ziele gesteckt – grosse und kleine. Eines der Hauptziele ist sicherlich der Erhalt der Tourkarte für 2015, also ein Platz in den Top 80 der Geldrangliste.

Was ist Ihr grosses Ziel in den nächsten Jahren?
Die Olympischen Spiele 2016 in Rio.

Golf Dreams Fabienne In-Albon Türkei c Foto_2-3[1]Eines Ihrer Hobbies ist Skifahren. Mit welcher Reise würden Sie sich für einen ganz grossen Turniersieg oder eine herausragende Saison belohnen – vielleicht mit Heliskiing in Kanada?
Wow, ja das wäre sicherlich ein unglaubliches Erlebnis! Ich habe bis anhin nur Gutes gehört vom Heliskiing und daher würde mich das schon sehr reizen!