Knecht Reisen

Ihr Spezialist für individuelles Reisen seit über 50 Jahren
Volltextsuche
Was suchen Sie?

Interview Andy Zimmermann: Ein Spaziergang durch das Weinparadies Südafrika

Südafrika ist nicht nur ein Paradies für Urlauber, sondern auch für Geniesser. Vor allem Weinkennern kommt das Land am Kap wie ein Garten Eden vor. Südafrikas Winzer produzieren hervorragende Weine zu sehr fairen Preisen. Weinhändler und Südafrika-Experte Andy Zimmermann hat viele Jahre in Kapstadt gelebt. Er kennt die besten Weingüter, die besten Lagen und die besten Weine. In Golf Dreams er-klärt der Gründer und Geschäftsführer von KapWeine, warum Südafrikas Tropfen zu den Topweinen der Welt zählen.

Herr Zimmermann, was macht Südafrikas Weine so gut?

Die Böden, das Klima und die immer besser werdenden Weinmacher. Südafrika hat die ältesten Böden der Welt, die zudem stark divergieren. Dazu kommt ein mediterranes Klima, das vom kühlen Atlantischen Ozean profitiert. Diese Konstellation ergibt ein Terroir, das sich mit den besten der Welt messen kann. Die Winzer in Südafrika produzieren Jahr für Jahr auf konstant hohem Niveau, das immer weiter steigt, weil sie ihr Terroir immer besser verstehen, Innovationen Einzug halten und die Reben älter werden.

Welches sind die bedeutendsten Weinbauregionen des Landes?

Das Herz der südafrikanischen Weinindustrie ist sicher Stellenbosch. Dort werden seit Langem die meisten Topweine produziert. Stellenbosch wurde 1679 gegründet, nachdem schon 1652 in Kapstadt und Constantia erste Rebgärten gepflanzt worden waren. Zu den aufstrebenden Regionen gehören Swartland, Elgin, Elim und Hemmel en Arde. Dort spielt sich gerade am Kap eine Wein-Revolution ab. Besonders junge Weinmacher zeigen, was in den Böden und den alten Reben steckt. Auch kleinere Regionen wie Cederberg, Citrusdal, Kleine Karro und Garden Route lassen aufhorchen.

Welche Rebsorten bringen in Südafrika die besten Weine hervor?

Traditionell glänzt Südafrika mit Bordeaux-Assemblagen. Cabernet Sauvignon dominierte Cuvées sind eine der Trumpfkarten. Bei den Roten gibt es auch tolle reinsortige Weine wie Cabernet Sauvignon, Shiraz und den autochthonen Pinotage. Unter den Weissen ragen Chardonnay, Sauvignon Blanc und Chenin Blanc heraus. In kühleren Gebieten wie Elim, Elgin und Hemmel en Arde werden zudem erstklassige Rieslinge und Pinot Noirs sowie Merlots und Merlot dominierte Cuvées gekeltert.

Wie ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der südafrikanischen Weine im Vergleich zu anderen Weinnationen?

Gerade im Preissegment zwischen 20 und 50 Schweizer Franken bietet Südafrika ein ausserordentlich gutes Preis-Genuss-Verhältnis. Da bekommt man schon diverse 90 bis 93 Parker Punkte-Weine für 20 bis 30 Franken.

Südafrikas Weinregionen sind für Urlauber nicht nur wegen der traumhaften Landschaften immer eine Reise wert, sondern auch wegen der beeindruckenden Weingüter. Gibt es da vor allem traditionelle Güter im kapholländischen Stil oder auch moderne Anwesen?

Am Kap wird seit über 350 Jahren Weinbau betrieben. Eine Fahrt durch die Weinbaugebiete ist deshalb auch ein Art Zeitreise. Die Architektur der Weingüter reflektiert die Geschichte des Landes, von der Entdeckung durch die Portugiesen über die Besiedlung durch die Holländer, der Machtübernahme durch die Briten und schliesslich bis zur Unabhängigkeit sowie zum Ende der Apartheid. Man findet die ganze Bandbreite von Gütern, vom kapholländischen Stil bis hin zu ultramodernen Anwesen.

Eines der Vorzeigeweingüter ist Delaire bei Stellenbosch. Warum muss man als Geniesser Delaire unbedingt einen Besuch abstatten?

Der Besitzer Laurence Graff ist einer der berühmtesten Diamanten-Händler der Welt. Schon als 20-Jähriger hat er gelernt, wie man aus einem Rohdiamanten ein Juwel macht. Und das hat er mit dem Delaire Graff Estate ebenfalls getan.

Welcher ist ihr Lieblingswein aus der Delaire-Kollektion?

Andy Zimmermann ist absoluter Experte, wenn es um die besten Weine Südafrikas geht.

Delaire hat mehr als zehn verschiedene Weine und alle sind überdurchschnittlich – mindestens gut bis sehr gut und einige superb. Mein absoluter Liebling aber ist die Botmaskop Bordeaux-Assemblage. Dies ist ein Wein mit subtilen Fruchtaromen, gepaart mit feingliedrigen Gerbstoffen, Dichte und Komplexität in Verbindung mit einer klassischen Struktur – aber immer mit der nötigen Portion Eleganz, welche in den langen, intensiven Abgang übergehen. Gerade wurde der aktuelle 2012er Jahrgang wiederholt vom Platter’s Wine Guide mit 5* ausgezeichnet. Dieses Jahr wurden nur gerade 50 aus über 7.000 bewerteten Weinen mit den ultimativen 5* geehrt. Einer davon ist der Botmaskop von Delaire für unter 30 Franken. Das will etwas heissen!

Wir möchten 15 Flaschen bei KapWeine ordern, die alle Facetten der südafrikanischen Weinproduktion widerspiegeln. Welche Weine würden Sie uns empfehlen?

Bei der Vielfalt ist das natürlich eine schwierige Frage. Aus über 7.000 südafrikanischen und den mehr als 750 bei KapWeine erhältlichen Weinen eine Top 15 zu erstellen, ist fast unmöglich. Hier mein Versuch – auch wenn’s dann ein paar mehr geworden sind…

  • Bei den Weissweinen möchte ich die Rebsorte Chenin Blanc dem Weingut Kleine Zalze in Stellenbosch widmen. Dort gibt es drei Stufen an hervorragenden Chenin Blanc-Weinen von CHF 11.90 bis 29.00 und alle sind ihren Preis mehr als wert.
  • Beim Sauvignon Blanc sticht für mich der Buitenverwachting Husseys Vlei aus Constantia heraus – ein Wein mit 5* bei Platter’s für unter CHF 20.00.
  • Bei den Chardonnays möchte ich den Glenelly Grand Vin Chardonnay hervorheben. Ein fast schon burgundisch anmutender Wein zu CHF 22.00!
  • Meine favorisierte Weisse Assemblage wäre unter anderem der Badenhorst Family White aus dem trendigen Swartland zu CHF 32.50.
  • Pinotage: Unsere autochthone Rebsorte vom Kap, von der man noch viel hören wird. Vor allem von Diemersdal, dem Spezialisten bei Durbanville. Hier wird mit dem Reserve Pinotage für mich einer der besten Pinotage Weine Südafrikas zu ansprechenden CHF 24.00 gekeltert.
  • Cabernet Sauvignon: Da kommt man am Le Riche Cabernet Sauvignon aus Stellenbosch einfach nicht vorbei. So muss ein Cabernet schmecken, speziell wenn auch dieser mit fünf Platter’s Sternen ausgezeichnet wird. Der Wein ist bereits für CHF 42.00 zu haben.
  • Bei Cabernet Franc kommt man schwerlich am klassischen Beispiel von Oldenburg aus Stellenbosch vorbei. Hier schwärmen die Freunde dieser Rebsorte bei angenehmen CHF 29.00.
  • Die Assemblage Circle of Life Red von Waterkloof in Stellenbosch wird nach biodynamischen Richtlinien produziert und besticht durch ihre aromatische Intensität, ihr Preis liegt bei CHF 24.00.
  • Bei den Shiraz-Assemblagen hebt sich der fast schon legendäre Columella von Eben Sadie aus dem Swartland ab. Robert Parker vergibt 96 Punkte und wir sind alle begeistert, aber erst nachdem man den Wein zu CHF 89.00 für acht Stunden dekantiert hat!
  • Wer es trendiger und zugänglicher mag, sollte sich mit dem Chocolate Block aus dem Hause Boekenhoutskloof aus Franschhoek anfreunden. Ein wunderbarer Wein zu CHF 39.00.
  • Der Eagle’s Nest Shiraz aus Constantia ist einer der elegantesten, aromatischsten, aber auch intensivsten Shiraz-Weine. Einfach Weltklasse für CHF 39.00
  • Bei den Bordeaux-Assemblagen der Spitzenklasse gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem De Toren Fusion V aus Stellenbosch zu CHF 49.00 und dem FIVE von Constantia Glen aus Constantia zu CHF 39.00.
  • Wer dem klassischen Bordeaux-Stil aus kühleren Gegenden frönt, kommt beim Vorzeigeweingut Vergelegen aus Stellenbosch mit dem GVB Red zu CHF 49.00 voll auf seine Kosten.
  • Bei den Schaumweinen besticht der Grand Cuvée Brut 2009 von Boschendal in Franschhoek durch sein „Champagne“ Pedigree, und das bei CHF 25.00.
  • Zu guter Letzt kommt man natürlich an der legendären Süsswein-Ikone, dem Vin de Constance von Klein Constantia, nicht vorbei. Für alle Süsswein-Freunde ein Muss! 50 cl zu CHF 79.00.

 

Weitere Infos
www.kapweine.ch